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Die Boote liegen bereit

Barkow, den 28.04.2018

Der Frühling kommt in Fahrt. Blumen werden gepflanzt, die Freiluftgaststätten laden wieder ein, Pedalritter gehen auf Tour und Freizeitskipper bringen ihre Boote ins Wasser. SVZ schaut sich in dieser Woche um, wie Betreiber von Freizeiteinrichtungen in die neue Saison starten. Heute: der Kanuverleih in Barkow

Zorro will spielen. Ihn interessieren keine Boote, die Elde schon gar nicht – Zorro will den Gummi-Frisbee. „Er ist aber auch schon mal mitgefahren, doch er ist ziemlich unruhig“, sagt Hundebesitzer Andreas Hülße über den Bootshund in Teilzeit.

Draußen ist Götterwetter, das Gutshaus in Barkow liegt noch ruhig da. Paddelgäste? „Ein paar Vermietungen hatten wir schon, aber das kommt noch“, so Andreas Hülße, der zusammen mit Frau Steffi das Hotel und den Kanuverleih betreibt. Acht Kajaks und neun Kanadier stehen zur Auswahl, Doppel- und Stechpaddel natürlich inklusive.

 

Schön treibt es sich die Müritz-Elde-Wasserstraße herunter, wer Glück hat und nicht allzu viel Radau macht, der sieht auch ab und an einen der seltenen, im Sonnenlicht funkelnden Eisvögel. Aber auch sonst macht das Paddeln und Stechen Freude: Es schweißt gestresste Großstädter zusammen, kittet manch angespannte Verhältnisse, wenn die Natur mit ihrer Ruhe empfängt, das Wasser dahinplätschert und das Wetter mitspielt, Stichwort Regensommer 2017. Doch der ist ja nun passé, auf geht es in ein neues Jahr, eine frische Saison.

Ab zwei Stunden sind die schnittigen Untersetzer zu mieten, je nachdem, ob ein Einer, Zweier, oder Vierer genommen wird, variiert der Preis. Zwischen zehn Euro für einen halben bis 27 Euro für einen ganzen Tag reicht die Preisskala, natürlich dürfen besonders engagierte Wasserfreunde auch mehrere Tage hintereinander die Gewässer stürmen, denn es gibt auch einen Rücktransport. Exklusive.

„Den längsten hatten wir letztes Jahr“, erinnert Andreas Hülße. „Da haben wir die irgendwo an der Elbe wieder eingesammelt“. So kann es in beide Richtungen der Müritz-Elde-Wasserstraße gehen, aufgrund der mäßigen Fließgeschwindigkeit, so sagt es der Flyer der Vermietung, sei auch das „Paddeln stromaufwärts möglich“.

Da können die Schleusen keinen Strich durch die Rechnung machen, wer will der schafft es dann möglicherweise auch bis nach Panama. Einzige Voraussetzung laut Andreas Hülße sei „Beweglichkeit“. Logisch, sonst kommt der Paddler nicht in sein Kanu und im Falle einer Todesrolle erst recht nicht wieder heraus. Aber das wollen wir nicht hoffen, denn es gibt ja, wie gesagt, die sehr geringe Fließgeschwindigkeit und keine herabstürzenden Niagara-Wassermassen im Mecklenburgischen.

In puncto Beweglichkeit hat übrigens Zorro die Nase beziehungsweise Schnauze vorn. Es brauchte zwar ein wenig Motivation vom Herrchen, doch dann sprang der schwarze Rüde in einen Wasserflitzer. Begeisterung sieht anders aus; Zorro ist eben Frisbee-Fänger und wirklich kein leidenschaftlicher Bootshund.

– Quelle: https://www.svz.de/19704681 ©2018

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Die Boote liegen bereit